Körpertemperatur

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    von Tobias   41  0  2


    von der Stefan   207  0  13


    von Kai_M   28  0  2


    von matze 64   82  0  2


    von DtMaahs   14  0  1

    • Körpertemperatur

      Hallo,
      Hier gibt's doch Leute die sich prima Fischen auskennen. Kann jemand sagen wie warm ein Fisch im Wasser ist? Insbesondere der Diskus?

      Würde ein Fisch der 0.2 Grad Celsius zu kalt gehalten wird deutlich mehr Energie aufwenden?

      Ist die Körpertemperatur vom Diskus wärmer als das Wasser?

      Mit welcher Methode kann man das heraus finden?
      Grüße Tobias
    • Hallo Tobias,

      da Fische wechselwarme Tiere sind haben sie meines Wissens immer dieselbe Temperatur wie ihr Umgebungswasser. Kommen Fische in kälteres Wasser, wird die Körperwärme in sehr kurzer Zeit über die Kiemen abgegeben und somit passt sich die Körpertemperatur der Umgebung an. Mir ist nur eine Ausnahme bekannt, das sind einige Thunfischarten. Durch spezielle reichverzweigte Arterien- und Venenbahnen schaffen sie es die Körpertemperatur länger stabil zu halten. Durch diese engen Verzweigungen kann das Blut die Wärme zwischen Venen und Arterien tauschen bevor sie an den Kiemen verloren geht. Auch ihr Muskelaufbau ist anders, der Anteil an rotem Muskelfleisch ist um ein vielfaches höher als bei anderen Fischen. Und er liegt nicht direkt unter der Haut sondern ist beim Thunfisch nach innen verlagert. Im Zusammenspiel mit diesen Verzweigungen und dem erhöhten Anteil rotem Muskelfleisch funktioniert diese Heizung die dem Thunfisch auch Jagdausflüge in Tiefen von über 1000 Metern ermöglicht. Jeffrey B. Graham von der Universität von Kalifornien hat da vor längerer Zeit eine interessante Studie veröffentlicht. Musst du mal googeln, findet man bestimmt im Netz. Aber ich merke gerade, ich bin mal wieder abgeschweift. :ups:
      Zurück zum Thema, ein Fisch der 0,2 Grad zu kalt gehalten wird, wird meiner Meinung nach nicht deutlich mehr Energie verbrauchen. Im Gegenteil, je kühler das Wasser desto geringer der Stoffwechsel und Energieverbrauch. Denk mal an unsere Fische im Gartenteich, die überleben ja auch nur weil der Energieverbrauch im kalten Wasser drastisch reduziert wird. Aber das funktioniert natürlich nicht mit allen Fischen. Die Fische haben ein Temperaturfenster in dem ihr Stoffwechsel funktioniert. Bei unterschiedlichen Arten ist dieses Fenster unterschiedlich groß. Die Evolution hat sie auf die Temperaturen ihres Verbreitungsgebietes angepasst.
      Nicht nur der Stoffwechsel ist Temperaturabhängig, auch die Molekulare Struktur ist von der Temperatur abhängig. Ändert sich die räumliche Struktur der Moleküle, kann die Stabilität der Membranen beeinflusst werden. So kann nicht nur die Osmoseregulation des Fisches gestört werden, auch Bakterien können dann unter Umständen leichter in den Fisch eindringen.
      Nochmal zu deinen Fragen, somit dürfte die Körpertemperatur des Diskus also nicht höher als das Wasser sein.
      Ein Methode wie man das jetzt genau messen könnte fällt mir spontan nicht ein. Ein Fieberthermometer hilft da wohl nicht weiter :zwinker:
      viele Grüße
      Jürgen
    • Hallo,


      Thunfische kannte ich in der Beziehung noch nicht.
      Ich dachte bisher, dieser Effekt tritt nur bei Haien auf.
      Der große Weiße kann seine Körpertemperatur bis zu 15K über der Wassertemperatur halten.
      Meines Wissens nach Rekord.

      Gerade beim Diskus kann ich mir nicht vorstellen, dass die Körpertemperatur wesentlich über der des umgebenden Wassers liegt.
      Hintergrund meiner Überlegung ist, dass beim Diskus das so ziemlich ungünstigste Verhältnis der Oberfläche zum Volumen vorliegt.
      Das bedeutet, dass es aufgrund diese Verhältnisses bei einem Temperaturunterschied zum umgebenden Wasser zu einem sehr starken Ausgleich über die Körperoberfläche kommen würde.
      Dieser Effekt tritt schon bei Landtieren auf, ist aber bei Wasserlebewesen deutlich höher, da Wasser im Vergleich zu Luft Wärme 20 bis 25 mal besser abführt.
      Ausgleich über die Atmung kommt noch hinzu, ist aber vom Herhältnis Oberfläche/Volumen unabhängig.
      Wenn es für den Diskus ein Vorteil wäre, die Körpertemperatur zu erhöhen, hätte es im Laufe der Zeit zu einer evolutionär bedingten Veränderung hin zum mehr kugelförmigen Körperbau gegeben, solange dies nicht zu anderen Nachteilen führt, die den Vorteil mehr als ausgleichen.

      Diesbezüglich denke ich, die Frage wurde seitens Juergen korrekt beantwortet.

      Das Messen der Fischtemperatur im Wasser stelle ich mir als sehr schwierig vor.
      Als praktisch durchführbar kann ich mir vorstellen, den Fisch herauszufangen und dann direkt die Temperatur über Kontakt zu messen.
      Ich halte das aber für sinnfrei, da keine brauchbare Information dabei herauskommt und das Tier unnötig gestresst wird.


      Schönen Gruß
      Markus
    • Hallo Tobias, da haben wir in Biologie aber nicht aufgepasst. :kratzend: :/ :(
      Fische sind in jedem Fall wechselwarm und haben immer die gleiche Temperatur des umgebenden Wassers. Das gilt auch für Lurche und Kriechtiere. Der evolutionären Vorteil ist, dass für die Aufrechterhaltung einer stabilen Körpertemperatur (wie bei Vögeln und Säugern) keine Energie aufgewendet werden muss.
      Viele Grüße
      Uwe
    • O. k., das mit dem Biologieunterricht war etwas flapsig und es tut mir leid. Aber man lernt nun mal in der sechsten Klasse was wechselwarm im Tierreich bedeutet.Tobias möchte ich auch nicht zu nah treten. Aber er hatte explizit nach dem Diskus und dem Temperaturverhalten gefragt.
      Darauf bezog sich meine Antwort und nicht auf die vielleicht 0,1 % Ausnahmen bei über 30.000 Fischarten auf der Welt.